Von Max Esterl bis zum kleinen Prinzen

Vorlesetag an der Realschule mit Ossi Heindl, Hans Hagl, Eberhard Kreuzer und Andreas Artinger

Zwiesel. Am vergangenen Freitag versammelten sich in ganz Deutschland erneut hunderttausende Menschen, um Teil des bundesweiten Vorlesetages zu sein. Bereits im vierten Jahr in Folge beteiligte sich auch die Realschule Zwiesel an der Initiative von „DIE ZEIT“, „Stiftung Lesen“ und „Deutsche Bahn Stiftung“, um die Wichtigkeit des Lesens bei der schulischen, sozialen und persönlichen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen deutlich zu machen.

Anders als bisher versammelten sich dieses Mal ganze Jahrgangsstufen in der Schulaula und lauschten den vier Lesepaten. Den Anfang machte Ossi Heindl mit der Klasse 9a und der zehnten Jahrgangsstufe. Die Schüler waren das Premieren-Publikum für sein neues Buch „Max Esterl und das Wolfauslassen“, der sechste Band seiner Krimi-Reihe. Neben dem kulturellen Hintergrund des „Wolfauslassens“ und der lokal aktuellen Thematik des Ausbruches der Wölfe aus dem Gehege beim Haus zur Wildnis brachte Ossi Heindl mit seiner amüsanten und lebendigen Vorleseweise den Schülern auch nahe, wie mitreißend und echt ein Buch mit etwas Fantasie sein kann.
In der zweiten Schulstunde beschäftigten sich die siebte Jahrgangsstufe inklusive der 6b und Lesepate Hans Hagl mit gleich drei verschiedenen Themen. Toni Lauerers „Möchtens ned probiern?“ begleitete einen lustigen Vergleich zwischen der Jugend von früher und heute, vom Tanzen übers Raufen bis hin zum Handykonsum. „Zwei Koffer voller Sehnsucht“ von Kristiane Allert-Wybranietz gab den Schülern, versteckt in Geschichten und Märchen, einen Anstoß zum Nachdenken über Natur, Umwelt und die eigenen Gefühle. Zum Abschluss machte Hans Hagl im Rahmen eines Auszugs aus Wolfgang Borcherts Nachkriegsdrama „Draußen vor der Tür“ klar, wie wichtig es ist, sich eine eigene Meinung zu bilden. Er appellierte an die Jugendlichen, dass man nicht alles ohne Hinterfragen glauben soll und den Mut haben sollte, sich gegen Unrecht auszusprechen.
Eberhard Kreuzer knüpfte mit Beginn der dritten Stunde an ein ähnliches Thema an: Nächstenliebe und der Umgang mit anderen Menschen. Ehe er den Klassen 5a, 5b und 6a den Anfang seines Krimis „Mord in Buchenau“ vorlas, erklärte Kreuzer die Umstände und Hintergründe der Handlung. Im Anschluss trug der Lesepate eine Weihnachtsgeschichte aus eigener Feder vor. Es handelte sich hierbei jedoch nicht um eine Weihnachtsgeschichte im klassischen Sinne, denn mit Verbrechen in Unterführungen hatte sie einen sehr ernsten Hintergrund. Der Engl Anton versucht in der Geschichte, die Menschen zu erreichen und bittet sie um Nächstenliebe, was allerdings nicht immer auf Gehör stößt. Eberhard Kreuzer schloss mit den Fragen an die Schüler, ob man sich nur an Weihnachten anders verhalten sollte als den Rest des Jahres und ob denn nicht alle Menschen gleich seien.
Mit den Werken „I glaub i spinn“ und „Der Rausch“ von Toni Lauerer beschrieb Pfarrer Andreas Artinger vor der achten Jahrgangsstufe und der Klasse 9b auf humorvolle Art und Weise den Umgang miteinander im Familienalltag und dass manches, vom Streit um die Benutzung des Badezimmers bis hin zur Mutter, die verärgert über das peinliche Verhalten des Vaters ist, auch eine lustige Seite haben kann. Wie wichtig aufmerksames Zuhören ist, brachte Andreas Artinger den Schülern mit Hilfe Michael Endes Klassiker „Momo“ nahe, ehe er den Vorlesetag mit einem Auszug und einer Botschaft aus Antoine de Saint-Exuperys Meisterwerk „Der kleine Prinz“ gelungen abrundete: „Adieu“, sagte der Fuchs, „man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

  • 2018_11_28_vorlesetag
  • vorlesetag 1
  • vorlesetag 2
  • vorlesetag 3
  • vorlesetag 4
  • vorlesetag 5
  • vorlesetag 6
  • vorlesetag 7
  • vorlesetag 8
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen